Das Lied

Liedrezitale Bern

Als Hansjürg Kuhn der Pianist und künstlerische Leiter der Berner „Liederstunden“ mich 2012 gefragt hat, ob ich interessiert wäre in einigen Jahren die Leitung seiner Konzertreihe zu übernehmen, habe ich spontan zugesagt – die Begeisterung für das Lied hat mich geleitet.

Erst im Nachhinein habe ich realisiert, was das für mich konkret bedeutet und wieviel Arbeit dadurch auf mich zukommt. In mir hat sich das Bedürfnis gezeigt, der Konzertreihe einen neuen, eigenen „Touch“ zu verleihen. Es brauchte ein neues Erscheinungsbild und ein neues Team. Nach intensiver Arbeit und vielen Gesprächen ist „Das Lied – Liedrezitale Bern“ entstanden. Ich bin sehr glücklich über das Resultat. Und ich bin sehr erfreut über die glückliche Wahl der neue Geschäftsleiterin – Milena Geiser hat alles fest in Griff.

einige Gedanken zu der kommenden Saison

Das Lied – Liedrezitale Bern geht in die vierte Runde – und wieder neue Wege.

Nach der A space Odysey -Trilogie mit „Lieder in Raum und Zeit“, „Schumanns Universum“ und „Meilenstein“ verlassen wir in der kommenden Saison den Pfad des Kunstliedes und beleuchten kaleidoskopartig, was sich noch alles hinter „Das Lied“ verbirgt. So erscheint die neue Saison ganz ohne Titel, vielmehr rücken wir die Essenz unserer Konzertreihe in den Vordergrund – Das Lied 2019.

Welche Inspirationsquellen hat das Kunstlied und zu welchen Inspirationen führt es? Die ursprüngliche und intime musikalischen Form des Liedes wird in dieser Saison aus unterschiedlichsten Seiten betrachtet – vom Volkslied zum Kunstlied zum Popsong.

Auf den ersten Blick mag man sich fragen, was von der traditionellen Lied-Konzertreihe noch übriggebliebene ist. Und in der Tat ist die neue Saison mit Starbesetzung, bis auf das Abschlusskonzert, ausgesprochen „nicht-klassisch“ unterwegs.

Die Idee, welche in der Saison 2016 mit den Offspace-Konzerten ihren Anfang genommen hat, führen wir nun im Hauptprogramm weiter. Ganz im Sinne von Christoph Eschenbach, welcher in einem Interview, das ich zufällig auf Youtube entdeckt habe, gesagt hat: „ Was heisst den das `klassische Musik`? Hat das was mit Klasse zu tun? Es gibt Musik!“

Das Lied 2019, welches aus unserem Bedürfniss entstand ganz persönliche Lieblings-Künstler einzuladen, provoziert neue Blickwinkel und Höreindrücke auf das Kunstlied, ohne aber den Bezug zu diesem zu verlieren. Wir wollen keine Grenzen überschreiten, vielmehr sind wir überzeugt, dass unser Berner „Klassik-Publikum“ diese Reise wagt und eine solche Einladung annimmt. Zudem wir unsere Reihe dadurch immer grössere Kreise schlagen und einem breiteren Publikum bekannt.

Sie hören das Lied mal volkstümlich gejodelt von Miss Helvetia, mal aus der Kehle der schillernden Diseuse Georgette Dee, dann wieder Barock gesungen und eingebetet in fluoreszierende E-Gitarren-Klänge. Sie erleben das Lied mit dem SEN-Trio in einem märchenhaften Musik – Geschichten-Abend dann als Chorlied verwoben mit Klavierimprovisationen. Petting goes Classic zeigt was passiert, wenn ein Popsong in ein Kunstlied verpackt wird. Der Abschluss der Saison bildet ein Konzert in Zusammenarbeit mit TOBS. Magdalena Kozena , Sir Simon Rattle, Kaspar Zehnder und Friends musizieren ein Programm mit Liedern ua. aus Kozenas Heimat Tschechien.

daslied.ch

© 2018 Simon Bucher